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Die besten Tipps um Ihre Bewerbung zu optimieren – Kapitel 4

Das perfekte Anschreiben

Wann haben Sie das letzte Mal ein Anschreiben versendet? Haben Sie ein “Musteranschreiben” auf Ihrem Rechner gespeichert und tauschen bei jeder neuen Bewerbung lediglich die Adressdaten und Firmennamen aus oder nehmen Sie sich jedes Mal die Zeit, um ein individuelles Anschreiben zu verfassen?

Bestimmt kennen Sie das Gefühl der Unsicherheit beim Formulieren von Anschreiben: „Ist das nun zu detailliert?“ oder „Klingt das jetzt zu oberflächlich?“.

Obwohl der Lebenslauf in einer Bewerbung das weitaus wichtigere Dokument ist, gehört ein Anschreiben in Deutschland in den meisten Unternehmen immer noch zum Standard. Um Ihre Chance auf eine Einladung zu einem Bewerbungsgespräch zu erhöhen, müssen also sowohl Lebenslauf als auch Anschreiben gut beim Leser ankommen.

In Kapitel 1 – Wer liest eigentlich meinen Lebenslauf? haben wir Ihnen bereits Denkanstöße mitgegeben, wie Sie sich beim Gegenüber mit Ihrem Lebenslauf menschlich optimal präsentieren können.

In diesem Kapitel möchten wir Ihnen einige hilfreiche Tipps geben, die Ihnen helfen können, die gängigen Fehler bei Anschreiben zu vermeiden und eine rundum stimmige Bewerbung zu verfassen.

 

Der erste Eindruck zählt

Wie auch beim Lebenslauf und jedem anderen Dokument in Ihrer Bewerbung gilt bei Anschreiben: Es gibt keine zweite Chance für einen ersten Eindruck. Achten Sie also auch hier darauf, dass Ihr Anschreiben richtig formatiert (Briefform), nicht zu lang und frei von Fehlern ist. Vermeiden Sie beim Schreiben weiterhin den Konjunktiv (würde, hätte, etc.); dies strahlt Unsicherheit aus und stellt in Frage, ob Sie sich Ihrer Qualifikation wirklich sicher sind.

Wie bereits in Kapitel 3 – Dos and Don’ts im Lebenslauf beschrieben, gibt es auch hier keine vorgeschriebene Länge des Dokuments. Im Regelfall sollte das Anschreiben jedoch eine Länge von 1,5 Seiten nicht überschreiten. Achten Sie auch darauf, dass Sie die richtigen Kontaktdaten angeben. Sowohl von Ihnen selbst als auch die des Unternehmens.

Auch wenn es mehr Arbeitsaufwand ist, nehmen Sie sich die Zeit, für jedes Unternehmen ein individuelles Anschreiben zu verfassen, welches optimal zu der Stelle passt, auf die Sie sich bewerben möchten. Es sollte auf keinen Fall der Eindruck entstehen, dass Ihr Anschreiben das Produkt einer “Massenabfertigung” ist. Die meisten Personaler haben hierfür ein geschultes Auge und sortieren Bewerbungen oft nach diesen Kriterien aus.

Wichtig: Versenden Sie Ihre Bewerbungsunterlagen niemals als Word-Dokument! Dies wirkt sehr unprofessionell.

Tipp: Oft wird bereits in der Stellenausschreibung ein genauer Ansprechpartner genannt. Wenn dies der Fall ist, adressieren Sie Ihr Anschreiben direkt an diese Person und sprechen Sie sie mit Namen an.

 

Informieren Sie sich über das Unternehmen

Wie auch vor einem Vorstellungsgespräch, ist es beim Formulieren eines Anschreibens ratsam, dass Sie sich vorab über das Unternehmen informieren, bei dem Sie sich bewerben möchten. Auch wenn es in Ihrem Anschreiben primär um Sie und Ihre Motivation gehen sollte und die Stellenausschreibung allein schon ausreichend Informationen für Sie bietet, ist es wichtig zu wissen, wofür die Firma steht und was sie auszeichnet.

Am schnellsten findet man diese Informationen im Regelfall auf der Webseite des jeweiligen Unternehmens. Besuchen Sie hier den Reiter “Über uns” um mehr über Mentalität, Ziele und Produkte/Services des Unternehmens zu erfahren. Suchen Sie sich einige Dinge aus, die Ihnen persönlich gut gefallen und nehmen Sie anschließend in Ihrem Anschreiben genau auf diese Dinge Bezug. Beachten Sie dabei jedoch, dass die meisten Unternehmen wissen, wofür sie selbst stehen. Verlieren Sie sich also nicht darin, dem Leser “Honig um den Mund zu schmieren”. Es zählt der Eindruck, dass Sie sich vor Ihrer Bewerbung mit dem Unternehmen befasst haben und für sich selbst wissen, warum Sie sich bei genau dieser Firma bewerben.

 

Der rote Faden

Wie bei jedem anderen guten Text auch, sollte Ihr Anschreiben eine klare Struktur haben, an der sich der Leser orientieren kann. Klassisch formuliert bedeutet dies: Einleitung, Hauptteil, Schluss.

 

Einleitung

Beschreiben Sie in der Einleitung kurz wer Sie sind (Name, (derzeitiger) Beruf, Wohnort) und für welche Stelle Sie sich interessieren. Oft wird es gerne gesehen, wenn Sie dem Adressaten in diesem Zuge mitteilen, wie Sie auf die Stelle aufmerksam wurden bzw. wo genau Sie die Stellenausschreibung gefunden haben.

Anschließend erklären Sie Ihr Interesse und zeigen, warum genau diese Stelle und dieses Unternehmen für Sie interessant sind. Einen guten Bezugspunkt bietet hierbei, neben Firmenmentalität und Produkten/Services, das Employer Branding des Unternehmens. Oft gibt es auch dazu Informationen auf der Firmenwebseite.

Achten Sie dabei darauf, dass Sie nicht nur Daten und Fakten aufzählen, sondern dass Sie gezielt auf einige Bereiche Bezug nehmen und verdeutlichen, warum gerade dies das Unternehmen so attraktiv für Sie macht.

 

Hauptteil

Der Hauptteil stellt den Kern des Anschreibens dar. Verweisen Sie auf Ihren Lebenslauf und nennen jene Stationen Ihrer Karriere, welche für die ausgeschriebene Stelle am interessantesten sind. Dabei rücken Sie in den Vordergrund, weshalb es sich lohnt, genau Sie für die zu besetzende Position einzustellen.

Beschreiben Sie in diesem Zuge auch, welche relevanten fachlichen Kenntnisse und Soft Skills Sie auszeichnen. Achten Sie jedoch darauf, dass Sie sich auch hierbei kurz fassen. Eine ausführliche Beschreibung Ihrer Kompetenzen gehört in Ihr Kompetenzprofil.

Wenn Sie sich bei einem Teil Ihrer Qualifikation für die ausgeschriebene Stelle unsicher sind, dann teilen Sie dem Leser mit, dass Sie Spaß daran haben neue Dinge zu lernen und motiviert sind, sich neuen Herausforderungen zu stellen um mit dem Unternehmen zu wachsen.

 

Schluss

Im Schlussteil runden Sie Ihr Anschreiben ab. Hierbei geht es darum, den Leser zu einer Antwort bzw. idealerweise zu einer Einladung zu einem Bewerbungsgespräch zu bewegen. Formulieren Sie eine höfliche Verabschiedung, in welcher Sie Ihr Engagement noch einmal betonen und zeigen, dass Sie sich über ein persönliches Gespräch bzw. Kennenlernen freuen.

Geben Sie dem Leser im Schlussteil auch die Information, ab welchem Zeitpunkt Sie für die ausgeschriebene Stelle zur Verfügung stehen, ob Sie bereits gekündigt haben oder wie lang Ihre Kündigungsfrist ist. Wenn in der Stellenausschreibung explizit nach Ihrem Gehaltswunsch gefragt wird, dann ist hierfür im Schlussteil der richtige Platz.

Vergessen Sie nicht, Ihr Anschreiben zu unterschreiben. Dies gehört zum guten Ton, wirkt optisch besser und macht das Dokument persönlicher.

 

Wie auch beim Lebenslauf ist es ratsam, Ihr Anschreiben als Teil Ihres „Verkaufsprospektes“ anzusehen. Verkaufen Sie sich also auch hier nicht unter Wert, auch wenn es einem oft schwer fällt, sich selbst in den höchsten Tönen zu loben. Zeigen Sie, dass Sie sich Ihrer Kompetenzen bewusst und der festen Überzeugung sind, dass Sie eine wertvolle Ergänzung für das Unternehmen darstellen.

 

Autor: Lucienne Scigala-Drewes

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