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Wie Sie bei Ihrem nächsten Bewerbungsgespräch glänzen – Kapitel 2

Lassen Sie Ihren Körper für Sie sprechen

Wann haben Sie das letzte Mal bewusst auf Ihre Körpersprache geachtet? Auf Ihre Gestik und Mimik oder Ihren Händedruck?

Nur ca. 10% unserer Kommunikation geschieht verbal, ganze 90% dagegen nonverbal. Daher ist gerade bei Vorstellungsgesprächen, aber auch allgemein im Geschäftsleben, die Körpersprache ein wichtiger Faktor und kann erheblich beeinflussen, wie man vom Gegenüber wahrgenommen wird.

In Kapitel 1 – Es gibt keine zweite Chance für den ersten Eindruck haben wir Ihnen bereits Ratschläge geben, worauf Sie achten können, um im persönlichen Gespräch Ihren ersten Eindruck zu verbessern. 

In diesem Kapitel möchten wir Ihnen wichtige Aspekte der nonverbalen Kommunikation näherbringen und Ihnen zeigen, wie Sie Ihre Körpersprache bewusst für sich einsetzten können.

 

Beobachten Sie Ihre Körpersprache

Grundsätzlich gilt, dass bei der Körpersprache relativ viel unbewusst abläuft. Wir nehmen Signale von anderen unbewusst wahr und senden gleichfalls unbewusst eigene Signale zurück.

Um sich selbst diese Signale bewusster zu machen, kann es hilfreich sein, dass Sie Ihre eigene Körpersprache in Gesprächen genau beobachten und anschließend ggf. explizit darauf achten, bestimmte Gesten oder Signale zu vermeiden, damit Sie so wahrgenommen werden, wie Sie es sich wünschen.

 

Einheitliches Auftreten

Einer der wichtigsten Grundsätze vorab: Es gibt viele Tricks, wie man Menschen mit der eigenen Körpersprache bewusst beeinflussen kann. Meist ist hierfür jedoch ein professionelles Training, bzw. sehr viel Übung notwendig.

Gerade bei Bewerbungsgesprächen ist es besonders wichtig, dass Sie vor Ihrem Gegenüber kongruent auftreten. Das bedeutet, dass Ihre verbalen und nonverbalen Aussagen miteinander übereinstimmen. Worte lassen sich in der Regel leichter so formulieren, dass die Argumente gut „rüberkommen“. Bei nonverbalen Signalen ist dies meist viel schwerer.

Gerade geschulte Personaler werden sehr schnell erkennen, wenn Sie Ihnen etwas „vorspielen“. Die meisten Menschen haben in solchen Situationen Probleme dabei, dem Gesprächspartner in die Augen zu schauen, kratzen sich verlegen an der Nase oder im Nacken, suchen Halt an einer Stuhllehne oder Schutz hinter dem Schreibtisch. Wenn Sie beispielsweise versuchen, Ihrem Gesprächspartner mit Worten recht zu geben und dabei den Kopf schütteln, wird dieser das bewusst oder unbewusst wahrnehmen und Ihre Aussage in Frage stellen.

 

Körperhaltung

Bestimmt konnten Sie bereits durch eigene Erfahrungen in Gesprächen feststellen, wie wichtig die Körperhaltung für die Wahrnehmung einer Person ist. Wer mit eingefallenen Schultern und krummem Rücken dasteht oder sitzt, wirkt unsicher und oft wenig professionell. Auch hektische Bewegungen in Gesprächen wirken meist irritierend, wenn nicht gar bedrohlich.

Achten Sie daher darauf, dass Sie möglichst gerade stehen oder sitzen und sich nicht auf dem Stuhl „hinfläzen“. Stellen Sie sich vor, man hätte Ihren Kopf in der Mitte mit einem Seil an der Decke befestigt. Halten Sie den Rücken gerade, Schultern nach hinten-unten, Brust raus und Blick geradeaus. Natürlich nicht zu extrem, denn das wirkt schnell steif, verklemmt oder sogar hochnäsig. Versuchen Sie stattdessen Ihre Körperhaltung hin und wieder bewusst zu verändern. Dies wirkt entspannt und natürlicher.

Wenn Sie gerade sitzen oder stehen, wird Ihnen schnell auffallen, dass Sie auch besser Luft bekommen und diese Ihnen dann beim Sprechen nicht so schnell ausgeht. Kombinieren Sie dies nun noch mit ruhigen, gefassten Bewegungen, so wirken Sie professionell, selbstsicher und überzeugend.

Sie können eine gerade Haltung ganz einfach zu Hause üben. Dies ist nicht nur wichtig für Ihre Außendarstellung, sondern auch für die Gesundheit Ihres Rückens (gerade im Homeoffice).

 

Distanz halten

Diese Regel existiert nicht erst seit der COVID-19 Pandemie. Unabhängig von Abstandsregelungen und Hygienevorschriften gilt: Halten Sie immer mindestens eine Armlänge bzw. ca. 1,20 m Abstand zu Ihrem Gegenüber. Dies entspricht dem persönlichen Distanzbereich einer Person. Rückt man näher, so kann das gerade für unbekannte Menschen schnell unangenehm sein und Abwehrverhalten auslösen. Hält man allerdings zu viel Abstand, so kann dies – obwohl nonverbal – schnell als abweisende “Aussage” gedeutet werden.

Besonders zu Corona-Zeiten ist es wichtig, sich auch am Gegenüber zu orientieren. Wenn Sie beobachten, wie nah Ihr Gesprächspartner zur Begrüßung an Sie herantritt, dann können Sie einschätzen, wie viel Abstand ihm / ihr angenehm ist.

 

Händedruck

Auch wenn zu Zeiten von Corona in der Regel auf eine Begrüßung mit Händedruck verzichtet wird, so ist es dennoch wichtig zu wissen, dass dem Händedruck bei der ersten Einschätzung eines Menschen oft eine große Bedeutung zukommt wird.

Sollte es uns daher irgendwann wieder möglich sein, andere per Handschlag zu begrüßen, so achten Sie darauf, dass Sie immer die ganze Hand des Gegenübers greifen und nicht nur den vorderen Teil der Finger. Drücken Sie kräftig, jedoch nicht mit aller Kraft zu und halten Sie die Hand ca. 2-3 Sekunden. Achten Sie bei der Länge und Stärke des Drucks auch auf Ihr Gegenüber, sodass Sie die Hand nach Möglichkeit nicht zu lange festhalten, wenn Ihr Partner den Griff eigentlich schon wieder lösen möchte. Beim Schütteln achten Sie darauf, dass Sie Ihre Hand nicht zu stark nach oben und unten bewegen.

Ganz wichtig: Schauen Sie Ihrem Gegenüber beim Händeschütteln immer direkt in die Augen. So zeigen Sie Präsenz und Selbstsicherheit.

 

Blickkontakt

Wie bereits in Kapitel 1 beschrieben, ist eine der wichtigsten Regeln der nonverbalen Kommunikation der Augenkontakt. Versuchen Sie während des gesamten Gespräches den Blickkontakt zum Gegenüber zu wahren, sich dabei jedoch entspannt zu verhalten (nicht angestrengt starren).

Nur wer festen Blickkontakt mit seinem Gegenüber hält, wirkt überzeugend. Weicht man dem Blick des anderen aus oder kann einem längeren Blickkontakt nicht standhalten, wirkt man schnell ängstlich oder desinteressiert.

 

Lächeln

Wer lächelt wirkt sympathischer. Dies gilt auch für Bewerbungsgespräche, Meetings und Präsentationen. Wer zu ernst schaut, grübelnd oder zwanghaft grinsend den Raum betritt, wirkt nicht überzeugend. Versuchen Sie daher auch im Gespräch entspannt und ehrlich zu lächeln.

Tipp: Lächeln Sie nicht um zu gefallen, sondern um zu zeigen, dass Sie zufrieden sind.

 

Hände und Arme

Neben der Mimik ist die Gestik einer der wichtigsten Faktoren der nonverbalen Kommunikation. Auch mit Händen und Armen können Sie bewusst oder unbewusst Signale senden, die vom Gegenüber entsprechend gedeutet werden.

Ein der wichtigsten Regeln hierbei ist, die Hände und Arme nicht vor dem Körper zu verschränken. Dies ist eine klare Abwehrhaltung und signalisiert, dass Sie sich nicht wohlfühlen, unsicher, unzufrieden oder überheblich sind. Achten Sie also darauf, in Gesprächen eine “offene” Körperhaltung zu bewahren. Dies bedeutet, dass Sie die Arme offen lassen und auch die Hände nicht zu sehr ineinander verschränken oder gar unter dem Tisch verstecken. In Gesprächen ist es immer angenehmer, die Hände seines Gegenübers sehen zu können. Legen Sie Ihre Hände daher am besten vor sich auf dem Tisch ab, zeigen Sie Ihre Handinnenflächen offen und nutzen Sie sie, um Ihre Aussagen mit angemessenen, ruhigen Gesten zu unterstreichen.

Vermeiden Sie es auch, sich während des Gespräches mit den Händen ins Gesicht oder in die Haare zu fassen. Unbewusst folgt der Blick des Gegenübers diesen Bewegungen, was die Aufmerksamkeit von Ihren Aussagen ablenkt. Zudem wirkt dies oft unsicher und nervös. Versuchen Sie auch, die Oberarme relativ nah am Körper zu lassen und nur die Unterarme und Hände zum Gestikulieren zu verwenden. Damit können Sie ausufernde, weite Bewegungen vermeiden, die häufig als unangenehm offensiv eingestuft werden.

Tipp: Wenn es Ihnen schwerfällt, Ihre Hände im Gespräch zu kontrollieren oder Sie zu nervöse Bewegungen neigen, dann nehmen Sie sich einen Stift und einen Block mit in das Gespräch um Notizen zu machen. Dies wirkt nicht nur professionell, sondern Sie können sich auch etwas am Stift “festhalten” und so ungewollte Bewegungen zu vermeiden.

 

Übung macht den Meister

Wenn Sie sich bezüglich Ihrer eigenen Körpersprache unsicher sind oder vielleicht sogar schon bestimmte „Fehler“ entdeckt haben, die Sie immer wieder machen, so lohnt es sich, Körpersprache bewusst zu trainieren. Sie können dies ganz einfach tun, indem Sie sich beispielsweise zu Hause am Tisch mit einem guten Freund oder Ihrem Partner hinsetzten und sich einmal konstruktive Rückmeldung zu Ihrer Körpersprache geben lassen. Bitten Sie die Person, auf die oben beschriebenen Aspekte zu achten und Ihnen ehrlich mitzuteilen, wo sie /er noch Verbesserungsbedarf sieht.

In der Rubrik „Körpersprache“ unserer Buchempfehlungen haben wir Ihnen zudem einige hilfreiche Bücher zum Thema zusammengestellt, die Ihnen noch detailliertere Einblicke und Tipps geben können.

 

Autor: Lucienne Scigala-Drewes

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